Der Verein Film Zentralschweiz mit dem Obwaldner Luke Gasser
als Präsidenten geht in die Offensive und hat am Mittwochabend
im Stattkino Luzern das «Arbeitspapier zur Wirtschaftlichkeit
der Filmförderung für die Zentralschweiz» vorgestellt.
Den Innerschweizer Filmschaffenden sind die grossen Batzen
ein Dorn im Auge, die vom Bund an andere Kantone gehen.
Sie fühlen sich - teilweise zu Recht - stiefmütterlich behandelt.
Rolf Breiner, Filmkenner des Klein Reports, war vor Ort
und hat genau hingehört.

«Wir verpassen das Bundesgeld aus Bern», klagen sie
und dokumentieren in ihrem Papier, wie just mal sieben Prozent
der Bundesgelder in die Zentralschweiz fliessen. Im Vergleich dazu
ist der Kanton Zürich ein Krösus und verschlang im Jahr 2008
fette 10,9 Millionen Franken an Bundessubventionen. «Wir sind
gegenüber Zürich deutlich im Hintertreffen», unterstrich Filmer
Luke Gasser. Das soll sich nun ändern: Es wurde der Verein 2008
gegründet, dazu soll eine Filmstiftung zur Filmförderung
aufgebaut werden. Über 40 Filmschaffende und Filmfreunde haben
sich mit diesen Zielen zusammengefunden.

Der Verein fordert eine starke regionale Verankerung
und Förderstelle. Die Ziele sind klar: 1. Die öffentliche
Filmförderung der Zentralschweiz vereinfachen, effizient
gestalten und verstärken. 2. Die jährlichen
Filmförderungsmittel von gegenwärtig 400 000 auf zwei Millionen
Franken erhöhen. 3. Die Zentralschweizer Filmförderung
unterstützt die regionale Standortpromotion. Das wiederum
ermöglicht die Stärkung und Ansiedlung von filmtechnischen
Betrieben, Produktionsfirmen und Filmschaffenden.

Man macht die Rechnung auf und rechnet (optimistisch) vor:
Wenn denn die sechs Zentralschweizer Kantone ihre Filmförderung
auf zwei Millionen Franken erhöhen würden, könnte sich für die
Region das Produktionsvolumen auf zehn Millionen steigern.
Denn: Erhöhte regionale Fördermittel lösen weitere
Unterstützung durch den Bund (BAK) und die SRG aus. Das zeigt
die Erfahrung in anderen Kantonen. Dabei genügten für die
Zentralschweiz  2,80 Franken pro Kopf, um die Filmförderung
auf zwei Millionen zu erhöhen. In Zürich werden 4,42 Franken
pro Kopf ausgegeben, um die Filmwirtschaft zu stärken.

Luke Gasser und seine Mitstreiter Lukas Hobi, Jonas Raeber,
Ursula Brunner, Andreas Stäuble, Marcel Wolfisberg, Edwin
Beeler, sowie Ehrenmitglied Erich Langjahr haben sich stark
gemacht, den Filmstandort Zentralschweiz ins Bewusstsein zu
rufen und die Abwanderung von Kulturschaffenden aus der
Zentralschweiz zu stoppen. «Die Bundesgelder finden ihren Weg
nicht zu uns ins Herz der Schweiz», klagen die Filmaktivisten.

Je mehr Filme in der Zentralschweiz - dank zu erhöhender
regionaler Förderung - produziert werden, desto grösser ist
der Geldstrom aus Bern. Klar ist auch, zumindest den
Filmschaffenden und Insidern, dass Kultur Arbeit schafft,
dass Filmschaffen die Wirtschaft fördert.
 


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